Ein Abenteuer mit ungewissem Ausgang

Seit zwölf  Jahren arbeite ich als angelernte Kraft in dieser Bibliothek. Jetzt bezahlt mein Arbeitgeber mir eine berufsbegleitende Ausbildung im Bibliotheksbereich. Das ist fantastisch, denn es heißt, dass ich nach einem vor ewigen Zeiten abgebrochenen Studium und einem Arbeitsleben in verschiedenen „prekären Jobs“ nicht nur ein Auskommen im Öffentlichen Dienst gefunden habe, sondern endlich in den Genuss einer abgeschlossenen Berufsausbildung kommen könnte.

Nachdem ich bereits vor längerer Zeit aus einem  –  nicht uninteressanten – Leben am Rande der Gesellschaft ein wenig mehr in ihr Zentrum gewandert bin (eine Reise, zu der es für mich irgendwann keine Alternative gab), ist die staatliche Prüfung zum FaMI eine Art Zieleinlauf in ein „normales Berufsleben“. Auch wenn üblicherweise die Ausbildung vor der Berufstätigkeit kommt.

Bibliothek

Wenn ich die Prüfung denn schaffe.

Denn als ich mich auf dieses Abenteuer einließ, habe ich eins nicht bedacht: wie schwer es fällt, nach Jahrzehnten des Nicht-Mehr-Lernens wieder die Schulbank zu drücken. Es ist nicht so, dass ich die Inhalte nicht verstünde… ich vergesse sie.  „Begreifen“ ist nicht das Problem, das Problem ist „Behalten“. Bzw. eben nicht. Tatsächlich eine beängstigende Erfahrung, auch wenn mir alle in meinem Alter sagen, das sei normal.

Doch ich bekomme viel Unterstützung. Von meiner Frau, die mir den Rücken freihält. Von Freunden. Meine Vorgesetzten haben trotz schwieriger Personalsituation zugestimmt, dass ich während der Ausbildung Teilzeit arbeite, damit ich Zeit zum Lernen habe. Und die Kolleginnen, die mein Fehlen auffangen müssen, beklagen sich nicht bloß nicht, sondern ermutigen mich.

Vielen Dank, Euch und Ihnen allen!

Ob ich die Prüfung schaffe ist nicht sicher. Es ist ein Abenteuer. Mit ungewissem Ausgang. Aber ich tue was ich kann. Versprochen.

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